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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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eine Finte. Der Herzog durste sich selbst dem König nichtvorstellen, geschweige Leim einen Andern. Er hatte kurzzuvor so wilde Ausschweifungen begangen, daß er deßhalbin Ungnade fiel, und ihm sogar der Hof verboten ward.Natürlicher Weise galt nun auch seine Fürsprache bei denMinistern so viel als nichts. Dennoch konnten sie ihmfür seine Person den Zutritt in ihren Hausern nicht ver-sagen. Er fuhr also keck mit dem Herrn von Norbert beiihnen herum, und empfahl dessen Angelegenheit mit demlebhaftesten Eifer. Das schadete jedoch dem guten Kapi-tain mehr, als es ihm half. Die ernsthaften Staatsmän-ner faßten eine unverschuldete Abneigung gegen ihn; dennsie hatten ihn insgcsammt im Verdacht, daß er mit denReizen einer schönen Gattin oder Tochter Wucher treibe,und sich um diesen Preis die Gönnerschaft des Herzogserworben habe. So nahe gränzen zuweilen in der WeltWahrheit und Unwahrheit an einander, und so falsch wirdoft der ehrlichste Mann, ans Unkunde seines Charaktersund seiner Verhältnisse, Lcurthcilt.

Der Kapital» fing bald an, sich nach der Hcimath undseinem Lehnstuhl zurückznsehncn; denn sein hoher Patronließ ihm und seinen Staatsklcidcrn acht Tage lang keineRuhe. Bald mußte er irgend einem Großen den Hof ma-chen, bald in die Komödie oder sonst zu einer Lustbarkeitfahren. Ucbcrall, wo er sich mit seiner Gemahlin in derGesellschaft des berüchtigte» Ansschwciflings sehen ließ, zeig-ten die Spötter mit Fingern auf ihn, und riefen oft sehrvernehmlich einander zu:Das ist gewiß ein frommer, ge-duldiger Mann!"

Doch die Spottvögel urthcilten zu voreilig. Der Her-zog genoß außer den kleinen Näschereien, die er sich beimersten Besuch erlaubte, keiner weitern Gunst von Rosetten;