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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Dic dunkle, unbestimmte Anmeldung des Herzogs auden folgenden Vormittag machte Rosetten viel Sorge undUnruhe. In welcher Stunde wird er kommen? Wie wirder den Alten entfernen? Kannst du nach Versailles mit-rciscn? Oder mußt du, um den vornehmen Besuch zu cimPfaugen, zu Hause bleiben? Das waren dic Fragen,die sie sich den ganzen Tag vorlcgtc, und sogar in einerschlaflosen Nacht vergebens erwog.

Bei frühem Morgen meldete Louis, daß der Herzog denHerrn von Norbert um zehn Nhr abholcn werde. SeineHoheit, setzte er hinzu, wollten der gnädigen Frau nichtreiche», ihren Herrn Gemahl bei dieser Geschäftsreise zubegleiten, weil sie in Versailles, während der Audienz beidem König, lange Weile haben möchte. Die Herren wür-den bei guter Zeit zurück kommen, und dann in Gesell-schaft der Frau von Norbert ins Schauspiel fahren, woder Herzog das Vergnügen haben werde, sie in seinerLoge zu sehen.

So war denn Rosettens Ungewißheit im Punkt derReise entschieden. Das klebrige wird sich geben, dachtesic, und ging, wie der behendeste Kammerdiener, ihremGemahl beim Ankleiden zur Hand.

Mit dem Schlage der zehnten Stunde kam ein vergol-deter Wagen, mit sechs schnaubenden Hengsten bespannt,vor die Tcufclsküchc geraffelt. Alle Bewohner des engenGäßlcinS gcricthen darüber in Bewegung, rissen dic Fen-ster auf und steckten dic Köpfe hinaus; denn seit Men-schcngcdcnken war keine solche Prachtkarosse in dieser Ge-gend erschienen. Louis stand indessen schon im chinesischenZimmer, meldete dic Ankunft des herzoglichen Wagens,und ersuchte den Kapitain, sich cinzusetzcn.Seine Ho-heit," sprach er,erwartet Sie in seinem Palast."