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der herzogliche Bote trat zu ihm ans Bett und trug denWunsch seines Herrn vor.
„Ein seltsamer Einfall vom Herzog!" rief der Marquislaut auflachcnd. „Ich hatte gestern Abend verdammt vielUnglück im Spiel, und fing eben an, meine Grillen zuverschlafen. — Auf meine Ehre! ich würde diese Störungkeinem andern verzeihen; doch dem Herzog stehe ich beiTag und Nacht zu Dienste. — Aber, zum Henker! cs istein wunderliches Ansinnen! Ich kenne den ehrlichen Land-junkcr nicht — Hab' in meinem Leben kein Wort von ihmgehört. — Bor Olims Zeit besaß ich freilich in der Ge-gend, wo er haust, ein altes Rattcnnest mit ein paarHufen Feld — ich Hab' aber die Bagatelle, die ich imSpiel gewann und im Spiel verlor, mit keinem Auge ge-stehn, und also niemals Gelegenheit gehabt, des Herrnvon Norbert Bekanntschaft zu machen. Doch — cs scydarum! Der Herzog befiehlt, und ich gehorche."
Er sprang ans dem Bette, setzte sich an den Schreib-tisch, und warf das verlangte Empfehlungsschreiben flüchtigauf das Papier.
„Hier, mein Lieber! Meinen untcrthänigsicn Respekt!Ich habe meinen unbekannten Freund sehr warm empfohlen,und ihn sogar, um Sr. Hoheit vollkommen gefällig zusep», meinen Vetter genannt; aber alle verdrießliche Fol-gen, die für mich daraus entstehen können, lade ich aufdie herzoglichen Schultern, und lasse Sc. Hoheit ersuchen,mir den Landjunkcr ja nicht auf den Hals zu schicken. IchWill nichts, durchaus nichts mit ihm zu schaffen haben.Allenfalls kann man ihm, wen» er nach mir forscht, ant-worten, ich sep verreist. — Gute Nacht!"
Der Marquis eilte wieder ins Bett und der Läufernach Hause.