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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
263
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ten, machte er unten in der Wirthsstubc mit BouisazenBekanntschaft. Er ließ eine Flasche des besten Weinesanstischcn und lud den einfältigen Tropf, der mit vielenKratzfüßen diese Ehre verbat, darauf zu Gaste. Nachlangem Coniplimcntircn saßen sic endlich einander gegen-über. Weicher Contrast! Louis, ei» schöner, junger, schlan-ker Bursch, der den leichten und zierlichen Anstand dergroßen Welt vollkommen besaß und Bonifa; ei» kurzer,dicker, uubehülflichcr Gesell, der keinen Tropfen Wein überdie Lippen zu bringen wagte, bevor er nicht die Gesund-heit seines vornehmen Gönners getrunken hatte. Als aberdas Eis der Bekanntschaft einmal gebrochen war, mundeteihm der Wein trefflich und löste seine Zunge. Der schlaueLäufer holte ihn mit leichter Mühe über alles ans, waser wissen wollte, bezahlte den Herrn Teufel ans einemVollen Gclobeutel, und verschwand wie ein Blitz.

Also eine Gnadeusachc bei Hofe?" sagte der Herzog,als ihm Louis eine Stunde nach Mitternacht rapportirtc.Gut, hier sind die versprochenen zehn Ducaien. Nunlauf zum Marquis D'" er besaß vormals ein Sckloßin der Gegend von Norberts Landgut es war freilichkein Ziegel auf dem Dache sein doch was schadet das?Lauf nur hin und ersuche ihn in meinem Namen , mir so-gleich ein Billct zu schreiben und mir darin den Herrnvon Norbert als seinen Freund oder noch besser, alseinen weitläufigen Verwandten zu empfehlen."

Recht wohl, gnädigster Herr."

Nun, fort! fort! WaS hältst du dich noch auf?"

Befehlen Ew. Hoheit, daß ich jetzt in der Nacht...?"

In dieser Minute! Sobald ich ausstchc, muß das Bil-lct in meiner Hand sepn."

Louis flog zum Marquis. Er schlief, ward geweckt)