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Zufälliger, oder vielmehr unglücklicher Weise, gehörteeine der nächsten Logen dem jungen Herzog von M"",einem berüchtigten Ausschweifung. Er drehte, wie tausendAndere, seine Augen nach dem Gänslein, das sein lusii-gcs Gickgack so vernehmlich erschallen ließ, und mit Ver-gnügen entdeckte er eine reizende Gestalt, die des Ansehens sehr wcrth war. Siebzehnjährige Jugend, Purpur-lippcn und Roscnwangcn, ein schwarzes, feuriges Auge,ein Hals wie Elfenbein, und ein Flortuch, unter welchemdie Natur ihr schönstes Füllhorn geleert hatte: das warenalles Dinge, die ein Mann wie der -Herzog nach Würdenzu schätzen wußte. Er, ein Schmetterling der Liebe, hattedie Pariser Blumen, die sich seine Huldigungen gefallenließen, so ziemlich durchgcküßtz dicß blühende Feloröschcnwar ihm also ein erfreulicher Fund, den er nicht umsonstgethan haben wollte.
„Louis!" sprach er gegen das Ende der Oper zu sei-nem Läufer: „ich habe hier in der Ncbcnloge eine jungeDame bemerkt, die wahrscheinlich vom Laude ist und michintercssirt. Sie befindet sich in Gesellschaft eines alten,grotesk gekleideten Mannes. Fasse diese Leute ins Augeund melde mir gegen Morgen, ehe ich schlafen gehe, wersic sind, wo sie wohnen und was sie hier für Geschäftehaben! Mache deine Sachen klug und zehn Ducatcu sinddein!"
Der Läufer, ein listiger Vogel, der in dergleichen Auf-trägen schon geübt war, stellte sich vor die Thür der Nc-bcnlogc auf die Lauer. Eben fiel der Vorhang, die Operwar aus z das Norbcrt'sche Ehepaar schwankte wie trunkenin seinen Miethwagen und rollte fort nach der Tcufclö-küchc. Louis sprang unbemerkt hinten auf, und indemsich die Herrschaften oben im chinesischen Zimmer entkleide-