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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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der jungen Müßiggänger, die sich nach und nach vor demOpcrnhause sammelten, so lange öffentlich um den Bart,bis der gute Mann Ja sagte. Sie fanden ihr Unterkom-men in einer der nächsten Logen am Theater, und hattenbeinahe zwei Stunden lang in dem einsamen, noch unbe-leuchteten Hause die längste Weile, die der Kapitän dannund wann durch Keifen und Nörgeln über Noscttcns Vor-eiligkeit eben nicht angenehm verkürzte.

Endlich füllten sich Parterre und Logen. Auch in dieihrige traten einige Damen; Herr von Norbert wich abernicht von seinem an der Brnstlehnc eingenommenen Platze.Eine der Damen, die hinter ihm sitzen mußte, stichelteaus Rache ziemlich laut auf seine große Wolkcnpcrückc,als eine Nanbcrin der freien Aussicht; er ließ sich aberdadurch nicht stören und murmelte vor sich hin:Wereher kommt, mahlt eher."

Als nun die Oper bald anfangcn sollte und das Or-chester die Einleitungs-Symphonie spielte, richtete Rosette(die in ihrem Lebe» noch kein anderes Schauspiel als dieauf Dörfern umhcrziehcndcn Marionettentheater gesehenhatte) ihre Auge» starr nach der Bühne, wie ein Feldpo-sten nach der feindlichen Gegend. Jetzt schwiegen die In-strumente; alles schwieg. Der Vorhang hob sich schnellund enthüllte eine glänzende Dccoration.Ei! wie präch-tig!" rief Rosette so hell und laut, daß man ihrSümmchen in allen Winkeln des Hauses hörte. Dabeiflog sic wie Pulver vom Stuhl ans und klatschte mit denHänden. Man denke sich das allgemeine Aufsehen undGelächter! Der Kapitän ward bis über die Ohren rothund brachte seine kindische Ehehälfte durch ein nicht ganzsanftes Trittchen auf den Fuß und einen Kniff in denArm wieder zur Ruhe.

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