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nigstcns für eine Hofdame ansah, wollte ihr durchaus dieHand küssen, und Rosette machte einen tiefen Knicks überden andern. Die Putzhändlcrin lehnte diese übertriebenenEhrenbezeugungen von sich ab, nannte ihren Namen undStand, und befahl ihrem Gefolge, die zierlichen Waaren-gchäusc nicdcrznscßcn und zu öffnen.
Rosette stand wie ein Kind ans dem Wcihnachtsmarkteund rief vor Staunen über die schönen Wunderdinge baldAh! bald O! Sie griff nach allem, wünschte alles, undwürde den ganzen Kram, der wohl einige hundert Thalerwcrth scpn mochte, mit Freuden gekauft haben, wenn ihr<o viel Geld zu Gebot gestanden hätte. Aber der Kapi-tain, dem dabei um seine Reisckasse bange ward, mischtesich mit einer fatalen Kälte, die der entzückten Rosetteganz unbegreiflich war, in den Handel und lenkte ihn soklüglich, daß die Rechnung der gewählten Maaren nichtmehr als drei Lonisd'or betrug. Die Modehändlerin, diesich von der bezauberten Landedeldame eine größere Losungversprochen hatte, nahm etwas kalt Abschied, und bestraftebesonders die Sparsamkeit des Herrn von Norbert miteiner sehr nachlässigen Verbeugung.
Rosette war im Herzen nicht weniger unzufrieden, daßihr Gemahl mit so spitzen Fingern in seine Goldbörsc ge-griffen hatte, aber sic dachte: Rom ward nicht in EinemTage gebaut, und bedankte sich mit schmeichelnden Küssen.„Sich nur die prächtige Haube!" rief sic aus. „Ich glaube,die Königin hat sie nicht besser! Und sie ist mein! mein?O, was bin ich für eine glückliche Frau! — Aber washilft sic mir," fuhr sic mit sinkender Stimme fort, „wennsie niemand sicht, niemand bewundert? — Ach, liebesGoldmännchen, ich bitte, bitte, fahr heute Abend mit mirin die Oper! Da werde ich rechtes Aufsehen machen! Es