„Laßt Euch nicht grauen!" sprach das Mütterchen. „Manißt und trinkt da recht gut, ungeachtet cs im ganzen Ernstedes Teufels Küche ist; denn ihr müßt nur wissen, derWirth heißt Teufel, und log also bei der spaßhaftenBenennung seiner Garküche keineswcges so unverschämt,wie cs sein schwarzer Namensvetter in der Art haben soll.Kehrt Ihr also in Gottes Namen bei dem Teufel ein, derkeine Menschenscelc», sondern Hühner und Gänse bratet;er ist, auf mein Wort! ein frommer, christlicher Teufel."
„Nun, ich will's wagen, seine Bekanntschaft zu machen;"sagte Norbert. „Aber wo finde ich ihn? Wo treibt ersein Wesen?"
„Das will ich Euch deutlich beschreiben, lieber Herr!Fahrt nur diese Gasse hinauf bis ans fünfte Quergäßchen— dort wendet Euch rechts — nach zwanzig Schrittenlinks -- hernach gerade ans bis an einen Brunnen —hier wieder rechts —dann wieder links, und so noch siebenMal rechts und links — da seht Ihr ein Haus mit dreikleinen goldenen Bechern über der Thüre — nun schlagtEuch . . ."
„Blitz und Donner!" fluchte der Kapitain. Mutter,Ihr foppt mich! Wie ist's möglich, bei dieser stockfinsternNacht in einem Irrgarten von Quergäßchen drei kleineBecher zu finden: Ich bin ja weder ein Kakerlack, nochein Uhu!"
„Wißt ihr was," erwicderte die Alte, „wenn Ihr einTrinkgeld dran spendirt, so leuchte ich Euch mit einer La-terne bis in des Teufels Küche."
„Das ist ein vernünftiges Wort!" sprach der Kapitain.„Allons, marsch!"
Er setzte sich nun wieder in den Wagen, und das Müt-terchen hümpclte, unter dem linken Arm eine Krücke und
LMigbein's sämmtl. Schr. VII. Bd. 17