-o§> 249
umschlug, kam seine Gemahlin (die nur ungefähr acht unddreißig Jahre jünger war als er) ins Zimmer gehüpftund fragte lächelnd und flüchtig, was der Postbote ge-bracht habe.
„Einen sehr ärgerlichen Wisch!" antwortete der Kapitänund gab ihr das Schreiben.
Rosette las und ihre schwarzen Augen blitzten vorFreude. „O das ist ja ein herrlicher Brief!" rief sie ausund warf sich mit einem lustigen Sprunge ihrem Gemahlum den Hals. „Nicht wahr, liebes Männchen, ich reisemit nach Paris?"
Norbert. Das steht im weiten Felde, mein Kind!Ich habe noch selbst keine Lust, mich dort in den Gasthö-sen schnellen, von den aufgeblasenen Lakeien der Ministeranschnurren und von ihren überhöflichcn Herren mit leerenVersprechungen täuschen zu lassen.
Rosette. Die Reise ist aber doch nöthig, wie derAgent schreibt.
Norbert. Ei! so ein Tintenfisch schreibt viel! JederFederzug muß ihm bezahlt werden, und da ergreift er dennalle mögliche Veranlassungen zu einem Briefchen, um nurdamit die Kostenlitanei zu vergrößern.
Rosette. Du bist ungerecht, lieber Norbert. Derehrliche Mann läßt sich deine Sache sehr angelegen seyn,und führt bei dem guten Rathe, den er dir gibt, die wich-tigstcn Gründe an.
Norbert. Eben seine Gründe ärgern mich! Wenn ermir nicht damit den Daumen aufs Auge setzte, so bräch-ten mich zehn Pferde nicht von der Stelle.
Rosette. Du wirst also reisen?
Norbert. Ich muß am Ende wohl.
Rosette. Und nimmst deine Rosette mit?