war, nun nicht erscheinen konntc, so ließ sie sich wiedernach Hause tragen, und beschwor mit einem Zetergeschreiihren Gemahl, die ihr widerfahrne Beschimpfung zu rächen.Er sprudelte Anfangs vor Zorn; als er aber hörte, daßdie Geschichte vor Kascnrs Hause geschehe» sep und ervollends den wohlbekannten Pantoffel erblickte: da wares ihm gar nicht unlieb, seine Ehehälfte in einem so trau-rige» Zustande zu sehen. Er heuchelte zwar Bedauern:aber im Herzen freute er sich und dachte: „Weine nur,du weinst Goldstücke!" — Das war so seine Art. Ihnrührte kein Jammer, keine Thräne, wenn er nur Gewinndavon zog. Der Himmel bewahre doch die ganze Chri-stenheit vor solchen kieselhcrzigen und habsüchtigen Richtern!
Kascm ward sogleich gefänglich eingezogcn und härterals jemals angclaffen. Da der eigentliche Verbrecher, derHund, so blitzschnell entsprungen war, daß man ihn nichtzur Haft bringen und vernehmen konnte, so gab man ge-radezu dem Gefangenen Schuld, seinen Pantoffel nachder Dame geworfen zu haben. Er bewies aber durchZeugen, daß er damals, als die tragische Begebenheit vor-fiel, nicht zu Hause gewesen war. Das machte einen un-angenehmen Strich durch die geldgierige Rechnung derhohen Obrigkeit. Dennoch mußte der Kaufmann die sorg-lose Aufbewahrung seines Pantoffels ausbadcn und derDame ihr verdorbenes Kleid, nebst Schmerzcngelde, bezah-len. Das betrug denn nun mit den Gerichtskosten aber-mals so viel, daß er weit über hundert Jahre alt werdenmußte, wenn aller Verlust, den ihm seine Pantoffeln zu-gezogen hatten, wieder eingehungert werden sollte. Festentschlossen, so lange zu leben und zu fasten, eilte er heimund baute mit möglichster Geschwindigkeit einen Scheiter-