Druckschrift 
3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
243
Einzelbild herunterladen
 

-o-§> 243 Wo-

gegen die Macht der Flammen versehen harten, so hielcs Kasein für nöthig, ihnen diese Rüstung durch die Sonneausziehen zu lassen. I» dieser Absicht trug er sie aussDach, das nach morgculändischer Art so platt gebaut war,daß man darauf hcrumwaudcln konnte.

Als sie hier ein paar Stunden gelegen hatten, bemerktesic des Nachbars Hund, der auf dem Dache seines Brod-hcrrn spazieren ging. Er mochte sic, durch ihre schwarz-braune Rinde getäuscht, für Braten ausehen; denn ersprang zu ihnen hinüber und beschnüffelte sie. Da er siezum Genuß unbrauchbar fand, so fing der junge Schäkeran, mit ihnen zu spielen. Er nahm einen zwischen dieZähne und balgte sich mit ihm herum. UnvorsichtigerWeise kam er dem abschüssigen Rande des Daches zu nahe der schwere Pantoffel kippte über riß den dummenKöter, der ihn in der Angst nicht fahren ließ, mit sichfort und so stürzten und prasselten Hund und Pantof-fel wie ein Donnerwetter auf den Baldachin einer Damehinab, die sich eben unter demselben in einer offenenSänfte vorbcitragen ließ. Der seidene Prachthimmel platztemitten von einander, und der Kläffer fiel mit seinemschmutzigen Spielzeuge der Dame auf den Kopf.

Vor Schrecken beinahe des Todes, that sic einen fürch-terlichen Schrei. Der Hund schrie nicht minder und machtesich schnell aus dem Staube. Er war schon in Sicherheit,als die Sänftenträger still standen und die Untersuchungdes Vorfalls begann. Aber ach, der arme Pantoffel!Er konnte nicht entwischen und ward in Verhaft genom-men. Sein Verbrechen war, leider! nicht klein. Er hattedas zarte Gesichtchen der Dame beschädigt, ihr kostbaresKleid beschmutzt, und sie war die Gemahlin des Kadi's.

Da sie in der Gesellschaft, wohin sie auf dem Wege