-o-D 235 <§»
Pantoffeln sind tüchtig und gut. Ich werde mich so baldnoch nicht von ihnen trennen."
„Pfui, schäme dich!" fiel Jener ein. „Ich begreife nicht,wie sich ein steinreicher Mann mit solchen gräßlichen Lat-schen Herumschleppen kann. Folge meinem Rath und gibsie ans der Stelle dem Badeheitzer! Sie verdienen, insFeuer geworfen zu werde»; denn sie haben dich zum all-gemeinen Gelächter gemacht.
„Was kümmert das mich?" versetzte Kasem. „Sie thunmir ersprießliche Dienste. Ich gehe trocknen Fußes durchdick und dünn, fühle keinen spitzen Stein, und Lin kei-nem Schuhmacher zinsbar. Kurz, meine Pantoffeln sindmir lieb und ich behalte sie." —
Er kehrte jetzt dem Tadler den Rücken, und wollte indas bestellte Badezimmer gehen; aber der Badcknccht tratihm in den Weg und ersuchte ihn, seine Pantoffeln vorder Thür zu lassen, weil sie den getäfelten Fußboden desZimmers beschädigen möchten. Kasem widersprach dieserErinnerung; allein der Badcknecht ließ von seinem Begeh-ren nicht ab, und fügte den Trost hinzu: es würde sichan seinen Kleinoden niemand vergreifen. „Nun, ich ziehesie aus; aber auf deine Gefahr!" sagte Kasem, und gingdann auf bloßen Strümpfen in die Badcstnbe. Sein schel-mischer Bekannter sah diesem Auftritt mit Lachen zu, undwar eben im Begriff, nach Hause zu gehen, als ihm einPaar neue, mit Gold gestickte Sammtpantoffeln, die voreinem andern Kabinet standen, in die Augen fielen. ImNu kam ihm ein Schwank in den Sinn. Er trug diezierlichen Pantoffeln an Kaseins Badstube, und dessen bre-tcrne Schlurren an den Platz, wo er jene weggenommcnhatte. Niemand bemerkte seinen Streich, und er ging mit