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Hause fast nicht länger ertragen: sein Antrag war ihrdaher doppelt erfreulich, und sic gestand ihm dieß mit dernatürlichsten Offenherzigkeit. So waren die Liebenden infünf Minuten einig, und Seedorf ersuchte nun dieKammer-räthin um ihre Einwilligung.
„In Gottes Namen!" sagte sic. „Ich hoffe, Sie wer-den recht glücklich mit einander leben. Das Mädchen istbrav und gut, doch nicht für die große Welt geboren,und wird sich also in Ihren bürgerlichen Hausstand vor-trefflich schicken." — Das versicherten ihm denn auchDiana und Laura, und wandten sich dann zu ihrerSchwester mit der spöttischen Ermahnung: jedermann mitrichtigem Maß und Gewicht zu bedienen und gegen dasärmste Bcttelweib höflich zu scpn, um dadurch in ihresHerrn Gemahls Laden viele Kundleute zu locken.
Seedorf reiste bald darauf in sein Vaterland, um sichdort, wie er sagte, mit seinem Hauswesen zum ehelichenStande einznrichtcn. Er versprach, nach einigen Monatenwieder zu kommen und seine Braut heim zu holen. Wil-helmine harrte dem Tage, da sie von ihren Leiden immütterlichen Hause erlöset werden sollte, mit froher Sehn-sucht entgegen.
Aber der Zeitpunkt, den ihr Bräutigam dazu bestimmthatte: war noch ziemlich weit entfernt, als eines Tagesihre Schwestern im offnen Fenster lagen und eine fremdeEquipage, deren ungewöhnliche Pracht ihre Bewunderungerregte, die Gaffe Herabrollen sahn. Ihr Erstaunen wuchs,als die Staatskutschc vor ihrem Hause hielt und ein mitGold bedeckter Läufer hercinflog. Sic glaubten, die Er-oberung eines Fürsten gemacht zu haben; der glänzendeBote meldete aber nur einen Grafen — den Grafen vonScedorf. — Sic erstarrten bei diesem Namen, mit dem