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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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ihm ebenfalls mit unerträglichem Hochmuth. Er mochteanfangcn zu spreche», worüber er wollte, so fielen sic ihmkeck ins Wort, und hatten das alles schon von Grafenund Baronen besser gehört. Wilhclmincn that cs weh,den verständigen, gesitteten Mann, der iu keiner AnsichtSpott und Verachtung verdiente, von ihren Verwandtengcmißhaudclt zu sehen. Sic sprach um so saiiftcr undfreundlicher mit ihm; doch ihre Schwestern unterbrachenoft mit Heftigkeit ihre Reden, legten ihr Stillschweigenauf und nannten alles, was sie sagte, einfältiges Geschwätz.Sccdorf unternahm cs einige Mal, sic zu vcrthcidigeu.Nun, nun," sagte Diana,wenn Sie an dem Geschnat-ter eines Gänschens Behagen finden, so wollen wir Siein diesem Genüsse nicht stören." Hiermit kehrten ihm diebeiden eiteln Thörinncn den Rücken und mischten sich nichtweiter in seine Unterhaltung mit Wilhelmincn.

So abschreckend dieser erste Empfang war, so setzte den-noch Sccdorf seine Besuche fort. Wilhclmine mußte vielüber ihn leiden; denn man bemerkte bald, daß er blosihretwegen kam. Ihre Schwestern höhnten sic mit Schil-derungen, wie sie künftig, als seine ehrsame Hausfrau, imGewürzladen stehen und Pfeffer verkaufen würde. Kurz,alles ward erschöpft, was nur irgend hochfahrcndcr Uebcr-muth und Rangdünkel ersinnen kann, um den Nährstand,und besonders das Gewerbe des Kaufmanns, verächtlichdarzustellcn. Wilhelmine ertrug alle diese Beleidigungenmit schweigender Geduld.

Seedorf erklärte ihr endlich, daß er sie liebe, und esfür sein höchstes Glück achten würde, wenn sie die Gefähr-tin seines Lebens seyn wollte. Das edle Mädchen hattelängst Gegenliebe für ihn gefühlt und konnte bei aller ih-rer Duldsamkeit die harte Behandlung im mütterlichen