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auf. Sic war jetzt so wenig zur Freude gestimmt, daßsie sich vielleicht gegen jeden Andren entschuldiget hätte:allein diesem bescheidenen Jüngling, der so sanft und gut-herzig schien, folgte sie in die Reihe. Zum ersten Malöffentlich tanzend, war sie bei jedem Schritt in Angst,einen Fehler zu mache». Ihre Schwestern, die bei keinemTanze fehlten und auch jetzt tu der Reihe standen, gabensich alle Mühe, sic aus der Fassung zu bringen; aber ihrTänzer leitete sic mit so aufmerksamer Sorgfalt durch daSbunte Labyrinth, daß sie ihre Bahn glücklich beschloß.
Sic fühlte jetzt einen brennenden Durst, und beging,noch unabgekühlt, die nicht ungewöhnliche Ucbcreilung derJugend, nach einem Glase Wasser zu greifen. Ihre Mut-ter, die i» der Nahe .des Schcnktisches saß, sprang wieeine Furie auf, riß ihr das Glas vom Munde und schlugsic. wüthcnd ins Gesicht. „Unkluges Ding!" schrie sic mitpöbelhafter Heftigkeit laut: „willst du dir den Tod an denHals trinken?" — Der Backcnstrcich schallte durch denSaal; ein großer Theil der Gesellschaft drängte sich neu-gierig herbei ; Diana und Laura riefen : „Das war recht!"und klatschten jubelnd in die Hände. Wilhclmine standeinen Augenblick bestürzt, ohne Laut und Bewegung. Dannaber küßte sic der Kammcrräthin die Hand und sagte sanst-müthig: „Ich danke Ihnen, gute Mutter, daß Sie michvon einer Unbesonnenheit abhielten." —
Der junge Mann, der mit ihr getanzt hatte, sah diesenVorfall mit an und bewunderte dieses seltene Beispiel vongutmüthigcr Duldung. Er setzte sich neben Wilhclmincnund leitete mit dem Lobe ihres sanften, kindlichen Beneh-mens ein Gespräch ei». „Ich that nur meine Schuldig-keit" — antwortete sic mit einem sanften Erröthcn. —