-»Z> 217
bald erblickte er die Thürmc einer großen Stadt. Er gingdahin, und kaum war er am Thor, so schallte ihm ein Ju-bclgeschrci entgegen. Ihn umringte ein zahlloses Volk,beugte vor ihm die Knie und rief: „Heil unscrm Sultan!" —
Der arme Schiffbrüchige bat, man möchte seiner nichtspotten; aber die jauchzenden Schaarcn versicherten ihm,diese Huldigung ftp ihr völliger Ernst. Man hob ihn,seines Sträubcns ungeachtet, auf einen Triumphwagen,führte ihn in einen prachtvollen Palast, bekleidete ihn miteinem Purpurmantcl, und eine Menge stattlicher Männer,die sich ihm als Staatsbeamten vorstcllten, leisteten ihmde» Eid der Treue.
Er mochte nun wollen oder nicht, er mußte regieren.Dieses schwere und ungewohnte Geschäft gelang ihm abervortrefflich, weil er von einem alten, ehrwürdigen Veziermit weisen Nathschlägcn unterstützt wurde.
.,Sagc mir," sprach er nach einiger Zeit zu diesem wa-cker» Minister, „wie komme ich armer Fremdling zu derEhre, euer Oberhaupt zu ftpn, und wie wird dieses Gau-kelspiel enden?" —
„Erhabener Sultan," antwortete der Vezier, „wir sammt-lichcn Insulaner, die du bisher für Menschen deines Glei-chen angesehen hast, sind — Geister."
Den armen Mann im Purpurmantcl übcrlief cin Schauer;er ließ sich aber nichts davon merken, und der Vezier fuhrohne Unterbrechung fort:
„Wir stehen jedoch immer unter dein Sccptcr eines Sterb-lichen, den uns der große Weltgcist von Zeit zu Zeit zumBeherrscher sendet. Er wird unser» Obern bei seiner An-kunft als künftiger Herrscher bezeichnet, und ihnen zugleichbekannt gemacht, wie lange er die Sultanswiirde bekleidensoll. Sic entdecken aber uns und ihm diese Offenbarung