II.
Der Sultau und sein Vezier.
Ei» morgcnla'ndischer Sultan, der sonst eben kein Tyrannwar, hatte eines Tages sehr üble Laune. Alle Hoflcnte,die sich ihm nahen mußten, zitterten vor den Stnrmwolkenauf seiner Stirn. Unglücklicher Weise begingen zwei Käm-merlinge, die ihn anklcidctcn, einen unbedeutenden Fehler.Er gcricth darüber in Wuth, und befahl, sic zu erdrosselnund ihre Köpfe über der Pforte seines Palastes anfzuspießen.
Beherrscher der Gläubigen, sprach sein braver Vezier,erlaube mir, die Vollstreckung dieses Todesurthcils so langezu verschieben, bis ich dir eine Geschichte erzählt habe. —
Dcr Sultan nickte mürrisch mit dem Kopfe, und dcrVezier begann folgendes Mahrchcn, das er ans dein Steg-reif erfand.
Ein reicher und wohlthätigcr Muselmann schenkte einemgetreuen Sclavcn, den er glücklich machen wollte, die Frei-heit und ein ausgerüstetes Schiff. Dcr Freigelassene steuertefröhlich seiner Hcimath entgegen; aber cs erhob sich einSturm und warf ihn an eine unbekannte Insel. SeinFahrzeug war zertrümmert; er verließ traurig das Ufer.
Anfangs schien ihm das Eiland ganz unbewohnt; doch