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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Ohne Licht von zwei bewaffneten Dienern begleitet,die er mit dem Befehl, niemand vorbei zn lassen, in denGang stellte, schritt er hastig nach dem Fenster zn, woer die Strickleiter entdeckt hatte. Rosamundc beugte sichin Todesangst nieder auf den Fußboden und hielt denAthem an sich. Aber der Ritter tastete herum, stieß ansic, und riß sic mit wuthcnder Heftigkeit empor.Er-barmen, mein Vater!" ächzte das zitternde Mädchen, undwarf sich, seine Knie umfassend, ihm zu Füßen.Rosa-munde!" rief er mit Erstaunen:was machst du hier?" Sie schluchzte sprachlos.Geh in dein Zimmer!"sagte er, und stieß sic fort. Er zwang sich, seinen Zornnicht stärker ausbrcchcn zu lassen, um den Liebhaber seinerTochter denn cs ahnte ihm, daß die Leiter zu einemsolchen Besuche bereit sey nicht zu verscheuchen undihn gefangen nehmen zu können. Die Unglückliche stürztein der höchste» Verzweiflung aufs neue vor ihm niederund wollte stammelnd ihre Schuld bekennen; aber er ließsie nicht zum Wort kommen, sondern drängte sic mit Un-gestüm hin zu den Waffcnkncchtcu, denen er befahl, sienach ihrem Zimmer zu führen und dort zu bewachen.

Er stellte sich nun mit entblößtem Schwerte neben demFenster auf die Lauer. Die Thurmglockc schlug eben Zwölf.Jetzt nahte sich der Jüngling der Burg, umschlich sie be-hutsam und horchte. Es war alles still. Er fand dieStrickleiter, klomm empor, und stand schon glücklich aufder letzten Staffel, als ihn Waldemar wie ein Tiger ander Brust packte.Wer bist du?" donnerte er den Be-stürzten an, und zog ihn mit wilder Kraft durchs Fensterherein.

Ritter!" sprach der Jüngling, schnell gefaßt,mäßiget Euren Zorn und behandelt mich mit Glimpf!