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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Nachbar, daß man etwas zu verheimlichen hatte, und erlegte diese Entdeckung nach Wunsch ans. Um jedoch seinerSache gewiß Z» scyn, wollte er gern einen Blick hinterdie geschloffenen Gardinen thun. Sitzend war dicß nichtmöglich; er warf sich also rasch vor Rosamundcn auf dieKnie, sah schmachtend zu ihr hinauf, bedeckte ihre Handmit heißen Küssen und flüsterte leise:Schönes Fräulein,ich bete Euch au, und Hab Euch seit zwei Monden, da ichzum ersten Mal Euer himmlisches Antlitz sah, zur Köni-gin meines treuen Herzens erkoren. Verzeiht der Machtder Liebe das Wagestück, in dieser täuschenden Verklei-dung vor Euch zu erscheinen. Ich Lin kein Harfnerich lnn ..

Und indem ihm schon sein Name aus der Lippe schwebte,erwachte die Schläfert» und stieß einen Zcterschrci aus,als sie den scheinheiligen Nachahmer Davids in der Stel-lung eines zärtlichen Liebhabers erblickte. Er sprang blitz-schnell aus, ergriff seine Harfe und machte sich auf dieFlucht; aber ein großes, mit silbernen Ecken geharnischtesGebetbuch, das ihm Emerentia mit den heftigsten Schclt-worten nachschicktc, ereilte ihn noch an der Thüre undgab ihm einen Denkzettel auf den Weg. Mit dieser Züch-tigung noch nicht zufrieden, strampelte die zornige Damehinter ihm her und schrie aus Leibeskräften!Haltet auf!" Doch der schnellfüßige Flüchtling war schon bei denSchildwachcn vorbei und entrann glücklich. Allein sobalder aus der Burg hinaus war, machte er sich Vorwürfe,daß er, aus Furcht vor einem alten Weibe, das Hasenpa-nier ergriffen und die Königin seines Herzens einer pein-lichen Untersuchung auSgcsetzt hatte. Es wäre freilichmannhafter und rathsamcr gewesen, der Hosmeistcriu Redezu stehen, und ihr so gut als möglich einen blauen Dunst