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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Damit will ich Euch gern zu Gebote stehn;" antwor-tete er bescheiden.Ich wage zwar nicht, mich mit jenenheiligen Psalmistcn in Vergleichung zu stellen; aber ichsinge und spiele nichts lieber als crbanlichc Gesänge, undich hoffe, daß wenigstens mein guter Wille, den nnsterbli-chen Psalmcudichtcrn nachzncifcrn, Eucrn Beifall erhaltenwird."

Diese frömmelnde Antwort kam, wie leicht zu erachten,nicht ans dem Herze» des jungen Gesellen, der, trotz sei-ner Lammsmienc, ein schlauer Fuchs war. Er suchte sichdadurch blos bei Nosamuudcus Oberhosmeistcrin einzu-schmcichcln, die weit und breit im Geruch der Heiligkeitstand. Um ihre Gunst zu gewinne», hatte er eine MengeKirchenlieder cinstndicrt, und trug sie mit einer solchenInbrunst und Salbung vor, daß seine andächtige Zuhö-rcrin dabei ihren Sekt mit seelcnfrohcr Behaglichkeit cin-schlürftc.

Die Flasche neigte sich allmälig zu Ende, und auchEmerentia neigte ihr Haupt und entschlief. Geschwindzog der Psalmist andere Saiten auf, und sang in den zärt-lichsten Tönen von Liebe. Seine schwarzen, seuervollcnAugen, die er abwechselnd uicderschlug und erhob, warengleichsam die Noten zum Text, und erklärten sehr deutlich,daß er nicht fremde Gefühle, sondern eigne Empfindungenaussprcchc.

Nosamuudc, die jetzt so gut als allein mit ihm war,lauschte anfangs jeden Laut von seinen blühenden Lippenhinweg; doch bald heftete sic mit züchtigem Erröthen ihreAugen an den Fußboden, und die langen, seidenen Wim-pern zogen sich wie ein Vorhang über die Fenster desHerzens, um nicht bekannt werden zu lassen, was darinvorging. Aber eben diese Vorsicht vcrrieth dem lauernden

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