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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Mit Nichten!" entgegn cte die wackelköpfige Matrone,der die lange Gewohnheit, Nein und immer Nein zn sa-gen, zur ander» Natur geworden war.

Doch, doch, gutes Mütterchen!" fuhr Rosamunde bit-tend und schmeichelnd fort.

Mit Nichten, Fräulein, und abermals mit Nichten!Mufik ist eine eitle Wcltlust und bethört des MenschenHerz."

Ach, Mütterchen, das mögen wohl zuweilen die betäu-benden Trompeten und Pauken tu den Tanzsälcn thun;aber die sanfte Harfe ist ein unschuldiges Saitenspicl, undder Manu, der sic unten am Berge schlug, scheint beschei-den und fromm. Er kann gewiß viel schöne geistliche Lie-der spielen und singen."

Wenn das wäre," sprach Emerentia,so wollte ichihn wohl herauf kommen lassen. Ich muß ihn aber docherst von weitem betrachten."

Sic Pflanzte jetzt eine Brille auf ihre Nase, trippeltemit Rosamuudcn in ihr Zimmer und ließ sich den Harfnerzeigen.Ei, bewahre der Himmel!" rief sie nach einerflüchtigen Beschauung, und schlug unwillig das Fenster zn.Der Bube sähe mir aus wie ein geistlicher Sänger!Ich glaubte, cs wäre ein alter, ehrwürdiger Mann, miteinem langen, schneeweißen Barte, wie der fromme KönigDavid in meiner Bildcrbibcl; aber sich, da ist's ein jungerSchäker, ein Glattkinu, der sich gewiß nur auf Buhl- undTrinklieder versteht."

Das thut mir leid," sagte das schlaue Mägdlein,daß2hr zu dem armen Harfner so wenig Vertrauen habt.Ihr macht mir dadurch einen häßlichen Strich durch meineRechnung auf ein paar frohe Stunden. Ich dachte, wirwollten uns erbauliche Gesänge Vorspielen lassen, und da-