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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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die Qual der Verbrecher, welche vor Zeiten mit einemHunde, einer Katze, einem Hahn und einer Schlange ineinen ledernen, ausgepichten Sack gesteckt und ins Wassergeworfen wurden. Es gab hier noch vor Kurzem einenLotterbuben, der die bösen Eigenschaften jener Thicre insich vereinigte und ein ewiger Friedensstörer war. Erhätte aus jedem ehrbaren Hause verbannt sepn sollen;aber leider fanden seine hämischen Zuflüsterungen bei Vie-len von Ihnen geneigtes Gehör, und Sie ließen sich oftdadurch gegen einander aufbringcn. Ich bitte Sie, meineHerren, ich bitte besonders Sie, meine Damen, duldenSie hinfort keine solche Schlange in Ihrem Buse»! Esdünkt mich die höchste Uuweishcit, sich durch vermeidlicheFeindseligkeiten und Zankereien das kurze Leben zn vergif-ten. Jeder Mensch hat seine Fehler; daher gebührt Kei-nem das Recht, den Fehlern seines Nachbars anfzulaucrnund sie durch Spürhunde von Blaffmanns Gattung auf-zujagcn. Das ist die Hauptquelle alles Unfriedens in klei-nen Städten! Man wohnt so nahe beisammen, daßman auch ohne Spähen und Forschen das Meiste, wasvon einem Thorc zum andern vorfällt, sicht und hört;aber man muß die Augen zudrückc» und die Ohren ver-stopfen , um sich nicht zu hassen; man muß dulden undlieben, damit man wieder geduldet und geliebt werde. Ichhalte sagt ein weiser Mann des Alterthums ichhalte den für den beste» und vollkommensten Mensche», derAndern so bereitwillig verzeiht, als wenn er täglich selbsthäufige Fehler beginge, aber sich des Fehlens so sorgfältigenthält, als ob er Keinem verzeihen wollte. WählenSie sich, geliebte Mitbürger, das Ideal eines solchenMenschenfreundes zum Vorbilde! Dann werden Sie sammtund sonders duldsam gegen einander sepn und sich durch