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Erbthcils verlangt!" — Dieser Einwand machte sic sobestürzt, Laß sic die ganze Nacht kein Ange schließenkonnte.
Doch der nächste Morgen befreite sic von dieser Angst.Richard stattete ihr einen Besnch ab und beschenkte sic miteiner Menge' köstlicher Maaren, die ihm zwei Diener nach-trugen. Er ging dann mit seinem Bruder auf's NathhanSund entsagte vor dem versammelten Magistrate nicht nurallen Ansprüchen an die väterliche Vcrlassenschaft, sondernmachte auch ein Testament, worin er die Stadt Michel-Heim zu seiner Erbin cinsctztc und dabei verschrieb, wieder Nachlaß zur Verbesserung des Schulwesens und andernnützlichen Stiftungen angewcndet werden sollte. SeinemBruder, der reich und kinderlos war, vermachte er zumIlebcrflnß ein Legat von zwanzig tausend Thalcrn.
I» einem andern gerichtlichen Aufsatze bestimmte er seinWohnhaus, sammt allen Znbehvrnngen, zu dem verspro-chenen Hospitale, und übergab zu treuen Händen desMagistrats die landcöfürstliche Schuldverschreibung, als Ei-genthum des Hospitals, damit die darin anfzunchmendcnArmen von den Zinsen des Kapitals reichlich verpflegtwerde» könnten.
Der Bürgermeister und sämmtlichc Rathshcrren wandtenein: es scy doch Schade, daß ein so schönes, von einemStaatsministcr erbautes Haus zur Wohnung armen Gesin-dels hcrabgcwürdiget werden sollte.
„Ich weiß nicht, was Sic armes Gesindel nennen,meine Herren!" versetzte Richard. „Verstehen Sie darun-ter Leute, die durch Völlcrei, Trägheit und Liederlichkeitin Armuth versunken sind, so haben Sic vollkommen Recht.Diese verworfene Art von Menschen soll von der Wohlthatmeines Hospitals immer und ewig ausgeschlossen sepn.