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AchtunddreißigsteS Kapitel.
Die Lektion.
„Richard ist doch ein Mensch, der gar keine LebensartVersteht!" sagte die Bürgermeisterin, als ihr Mann vonder Gasterei nach Hause kam. „Ich hörte diesen Nach-mittag mit Erstaunen, daß er das armselige Fräulein zurTafel gezogen hat; aber die Frau Bürgermeisterin wardieser Ehre nicht werth."
„Dafür habe ich die Ehre, daß ich mich nun mit ihmdutze;" versetzte der Bürgermeister mit schelmischem Lächeln.
„Hast du denn Brüderschaft mit ihm getrunken?"fragte sie.
„Ja, schon an der Mutter Brust!" — gab er zur Ant-wort. „Denke, mein Schatz! Seine Erccllenz, der HerrGeheime - Rath, ist mein leiblicher Bruder!" —
Sie hielt ihn für berauscht und rieth ihm, zu Bette zugehn. Er bewies aber seine Nüchternheit durch eine sehrordentliche und ausführliche Erzählung aller uns schon be-kannte» Umstände. Da brach die staunende Dame in einFreudciigeschrci aus: den» cs schien ihr nun nichts gewis-ser, als daß der Geheime - Rath gleich auf der Stelle seinVermögen brüderlich mit ihnen theilen werde. Aber derBürgermeister schüttelte den Kopf und sagte: „Laß unsfroh sepn, wenn er nicht von mir die Herausgabe seines
Langbein'S siimintl. Schr. VIl. Bd. 13