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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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AchtunddreißigsteS Kapitel.

Die Lektion.

Richard ist doch ein Mensch, der gar keine LebensartVersteht!" sagte die Bürgermeisterin, als ihr Mann vonder Gasterei nach Hause kam.Ich hörte diesen Nach-mittag mit Erstaunen, daß er das armselige Fräulein zurTafel gezogen hat; aber die Frau Bürgermeisterin wardieser Ehre nicht werth."

Dafür habe ich die Ehre, daß ich mich nun mit ihmdutze;" versetzte der Bürgermeister mit schelmischem Lächeln.

Hast du denn Brüderschaft mit ihm getrunken?"fragte sie.

Ja, schon an der Mutter Brust!" gab er zur Ant-wort.Denke, mein Schatz! Seine Erccllenz, der HerrGeheime - Rath, ist mein leiblicher Bruder!"

Sie hielt ihn für berauscht und rieth ihm, zu Bette zugehn. Er bewies aber seine Nüchternheit durch eine sehrordentliche und ausführliche Erzählung aller uns schon be-kannte» Umstände. Da brach die staunende Dame in einFreudciigeschrci aus: den» cs schien ihr nun nichts gewis-ser, als daß der Geheime - Rath gleich auf der Stelle seinVermögen brüderlich mit ihnen theilen werde. Aber derBürgermeister schüttelte den Kopf und sagte:Laß unsfroh sepn, wenn er nicht von mir die Herausgabe seines

Langbein'S siimintl. Schr. VIl. Bd. 13