den Dolmetscher zu: es scp zuförderst nöthig, daß mir inGnade» erlaubt werde, de» allerhöchsten Puls zu unter-suchen. Mein Begehren lief leise von Ohr zu Ohr, bises an denjenigen Hofhcrrn kam, der zunächst ans Lagerdes Königs vorgerückt war. Er richtete sich, wie ein auf-wartcndes Hündlein, empor, setzte die Spitze eines kleinen,zierlichen Sprachrohrs höchst behutsam ans Ohr SeinerMajestät, und trug so mein ärztliches Gesuch lispelnd vor.Der König antwortete nicht, zuckte keine Lippe, hob aberseine rechte Hand mit unbeschreiblicher Langsamkeit unterder Decke hervor. Ich crschrack: denn die Nagel seinerFinger waren wenigstens vier Zoll lang. Ein Wink desCercmonienmeistcrs rief mich zum Krankenbette. Er setztesich und mich in die Stellung aufwartender Hündlein, undleitete meine Hand zur Hand des Königs. Ich überzeugtemich sogleich, daß ich nur mit einem ganz gewöhnlichenFicbcrchcn zu thun hatte. Es war mir nicht bange, damitfertig zu werden. Zeh erklärte durch den Dolmetscher:Seine Majestät befinde sich noch für jetzt in keiner Lebens-gefahr, und ich hoffe, durch zweckdienliche Arzneien, dieich unverzüglich hcrbcischaffen würde, die Krankheit zuheben."
„Vorschriftmäßig kroch ich rückwärts, wie ein Krebs,zur Thür hinaus und holte die bcnöthigten Pulver ansmeiner Reise - Apotheke. Mit welchen Feierlichkeiten derKönig die Mcdicin eingenommen hat, weiß ich nicht. Ichbesuchte ihn acht Tage hinter einander; dann war er ge-sund. Zur Belohnung erhielt ich eine goldene Bctclbüchsevom zweiten Range." —
„Eine Bctelbüchsc! Was ist das?*' fragte der Bruderdes Erzählers.
„Es ist in Indien gewöhnlich," antwortete der geheime