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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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187
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Doch unter diesen Qucrköpfcn keimte mein Glück. MeinSchiffspatron und ich befanden uns eben in der Haupt-stadt dcS Reichs, als Seine Majestät, der König, Vs» einerKrankheit befallen wurde, die seine Acrzte nicht zu heilenverstanden. Er sträubte sich vielleicht gegen die dort ge-wöhnliche Cur, bei welcher man den Kranken die Längelang aus den Boden hinstreckt, ihm auf den Leib tritt, undmit den Füßen darauf hcrumstampst, damit diese Durcharbei-tung eine glückliche Crisis der Krankheit hcrvorbringe. Derhohe Patient hatte vernommen, daß ein europäischer Arzt,nämlich meine Wenigkeit, in der Hauptstadt angekommenscv, und ich ward nach Hose berufen. Aber vor einemKönig von Siam darf man nicht, wie vor andern Men-schen, auf zwei Füßen erscheinen; man muß, zur Erde ge-worfen, auf den Knien und Händen, wie ei» vicrfüßigesThier, zu ihm hinkriechen. Der königliche Cercmonicn-mcister unterrichtete mich im Vorsal eine ganze Stunde,wie ich mich so mit gehörigem Anstand fortbcwcgcn sollte.Ich gab vergebens durch einen gegenwärtigen Dvllmctscherzu verstehen, daß während dieser verlorenen Zeit die Krank-heit Seiner Majestät zu einer bedenklichen Höhe steigenkönnte: die strenge Beobachtung der lächerlichen Hofsitteschien nvthigcr als die Cnr. Der Ccremonicnmeister warzuletzt mit meiner Gelehrigkeit zufrieden, und der Gangauf allen Vieren gelang mir um so besser, da ich trefflicheMuster vor mir hatte, indem der Ceremonicnmeister undandere bedeutende Hofschranzen wie schleichende Katzen vormir her ins Krankenzimmer krochen."

Der König, der eine sehr lange, pvramidcnformige,von Gold und Edelsteinen funkelnde Mütze auf dem Kopfehatte, lag starr, wie ein steinernes Bild, auf seinem Lager,als wir anrutschtcn. Ich flüsterte dem neben mir kriechen-