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Blut abzapfen? — Sicht Er, hicr liegt ein Vicrgroschcnstückund ein Stock! sprach er, und legte beides neben einanderauf den Tisch. — Er bekommt das Geld oder die unge-brannte Asche, nachdem Er sich auffuhrt! — Mit diesenWorte» warf er sich auf eine» Stuhl. Ich fing das Werkmit möglichster Vorsicht an. Es war aber schwer, dasSchermcffer über seine vielen, vom Zorn noch vermehrtenGesichtSfaltcn ohne Straucheln z» führen, und so entstandzu meinem Schrecken eine kleine Wunde. Er fühlte sichverletzt, sprang auf, sah in den Spiegel, schimpfte, tobte,setzte sich aber dennoch wieder, mit einem Fingerzeig aufden Stock. Ich kam ohne weiteres Unheil bis in die Ge-gend der Oberlippe. Als ich aber, wie gewöhnlich, seineNase mit zwei Fingern anfaßtc, fuhr er — Gott weiß,warum? — wüthcnd auf, und rannte sich damit das Mes-ser so tief ins Gesicht, daß sogleich ein Dlutstrom hcraus-schoß. Brüllend griff er nach dem Stocke — ich stürztefort und zum nächsten Th-or hinaus, denn ich getraute mirnicht, unserm Vater wieder unter die Augen zu treten."
„Welche sonderbare Fügung!" rief der Bürgermeister.„Mein Erstaunen läßt mir noch gar nicht zu, den süßenBrudcrnamen auszusprechcn."
„Daß ich aber vollen Anspruch darauf habe, will ichdir augenscheinlich beweisen;" antwortete Richard, undholte aus dem Nebenzimmer einen alten, auf der Fluchtmitgenommenen Barbierbeutcl von rothcm Plüsch, bei des-sen Anblick der Bürgermeister aufschric: „Ja, den kenn' ichnoch! Da muß inwendig des Vaters Name cingezeichnetstehen!"
Und so fand sich'S auch. Mit nassen Augen umarmtensich die Brüder.