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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Nun erzähle du, Gottlieb!« sprach der Geheime Rath.Was begab sich nach meiner Flucht?«

Der Vater saß mit unter den Kopf gestutztem Arm amFenster,« sagte der Bürgermeister,da rief er auf Einmal:Was mag das bedeuten? Protzcns Dienstmädchen hat denBader Hildebrand geholt; sie eilen mit starken Schrittennach des Bürgermeisters Hause. Ist vielleicht Ludwignicht hingcgangcn? oder bat ihn der eigensinnige Mannnicht angenommen? So blieb uns die Sache dunkel,bis eine Viertelstunde nachher der Bader Hildebrand zurThür herein schrie: Ach, Herr Gevatter, welch Unglück!Ihr Sohn hat den Bürgermeister mit dem Schermefscr sozugcrichtct, als wär' er in einer Schlacht gewesen. Ichmußte ihn eben verbinde»; aber trotz meiner unvergleichlichenWuudsalbe, wird er zeitlebens eine sichtbare Schmarre be-halten, und die heutige Gevatterschaft geht natürlich ganzin die Pilze. Der Vater crschrack, und war vollends un-tröstlich, als du«

Schildere mir nicht seinen Kummer!« fiel der GeheimeRath bittend ein. Das Einzige beruhiget mich, daß ichmir nicht vorwcrsen darf, seinen Tod durch meine Fluchtbeschleuniget zu haben. Er ist wie ich gleich in denersten Tagen meines jetziges Hicrseps von dem Gastwirthhcrauslockte erst vor zehen Jahren gestorben, hat alsonach meiner Trennung von euch noch volle zwanzig Jahregelebt.«

Immer von dir sprechend, immer nach dir verlangend,immer für dich betend!" setzte der Bürgermeister hinzu,und die Augen ginge» ihm über.O, hält' cr'ö doch er-lebt, dich in deinem jetzigen Glanze zu sehen! Sagemir, ich bitte dich, wie gelang dir's, zu dieser Hohe zusteigen?«