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bat, den Sarg aus den Kirchhof zu trage». Er durchliefdie ganze Stadt, er bot, was er im Vermöge» hatte: dielumpigsten Bettler wiese» ihn ab. Weinend klagte er sei-nen Jammer dem Bürgermeister. Dieser ließ ein halbesDutzend arme Teufel zu sich rufen, und redete ihnen zu,das Werk der Noth zu verrichten. Schon waren sie halbund halb dazu entschlossen, als auf Einmal die Bürgermei-sterin ihren Mann übcrschric und den Leuten vorstellte:sic sollten sich doch ja nicht mit der Herenleiche abgeben,weil sonst von nun an kein ehrlicher Mensch einen KrugBier mit ihnen trinken würde. „Ja, das ist wahr! Ehreverloren, alles verloren!" riefen die Bettler, und hortendenBürgermeister nicht weiter an.
Schon drei Tage stand der Sarg, der den entseeltenKörper enthielt, auf der Hausflur der Frohnfeste. Es wardie höchste Zeit, ihn unter die Erde zu bringen. Da be-schloß an einem Sonnabende der Magistrat: man wolledie cingcpfarrten Bauern, die des folgenden Tages in dieStadt zur Kirche kommen würden, höflich ersuchen, dieLeiche zu tragen, und, wenn sie sich weigerten, sic mit Ge-walt dazu zwingen.
Das Wetter des Sonntags war schön; cs fanden sichvielc Bauern zur Kirche ein. Sobald der letzte hinein war,verschloß man die Stadtthore, und der Hauptmann Schneppebesetzte mit der Bürgcrgarde den Marktplatz, welchen dieLandlcute ans ihrem Heimwege nicht umgehen konnten.
Als der Gottesdienst aus war, ließ Herr Schneppe dieTrommeln und Pfeifen lustig ertönen. Das lockte, wie desRattenfängers Pfeife die Kinder in Hameln, alle Bäuer-lein herbei. Sie stellten sich vor der Fronte zusammenund horchten. Der Hauptmann ging freundlich auf sie zuund sagte: er wolle zu ihrem Vergnügen eine ganze Stunde