dieser Jugend noch nicht viel leisten. Ganz ungenießbarward er dadurch, daß der Negimcnts-Tambonr der fürst-lichen Leibgarde (welche zugleich die ganze Armee in sichbegriff) seine Lehr- und Erziehungs-Anstalt an diesenLnstort verlegt hatte, und daselbst vom Morgen bis in dieNacht einen heillosen Lärm mit seiner Trommelschnlc ver-führte. Es gab Midasohrcn, die sich an dem Gerasselder Kalbfelle vergnügten und Stunden lang dem lieblichenConcerte zuhörtcn; aber Richard wurde dadurch, wie meh-rere gebildete Leute, ganz ans dem Park verscheucht. Daer nun ein leidenschaftlicher Spaziergänger war und ersich sonst nirgend in den Umgebungen der Residenz mitWohlgefallen bewegen konnte, so verließ er sic ans Ver-druß, und kehrte lieber nach Michelheim zurück, wo erdoch wenigstens einen schattigen Garten und einen heiternFreund hatte, mit dem sich ein unterhaltendes Gesprächführen ließ.
Dieser Freund war Kreisel. Ihm machte er zuerst seineAnkunft bekannt, und beschenkte ihn mit verschiedenen, fürihn gekauften trefflichen Büchern, die sich der Dichter längstgewünscht hatte. Dann überraschte er den Bürgermeistermit einem freundschaftlichen Besuche und übergab ihm Briefund Siegel über einige bei dem Fürsten ansgcwirktc Gna-densachcn, die der Stadt Michelheim bedeutende Vorthcilcbrachten.
Höchst unschlüssig war er, wie er sich gegen die FamilieRoggenburg, besonders gegen Elisens Bräutigam, derjetzt bei seinem künftigen Schwiegervater wohnte, beneh-men sollte. Er wollte sich nicht schmollend zeigen, undhatte doch auch keine Lust, seine von Alberten zurückgcwic-sene Freundschaft dem jungen Strudelkopf auf's neue ent-gegen zu tragen. Indem er darüber mit sich selbst kämpfte,