Vierunddieißigstes Kapitel.
Das Begräbniß.
Bald nach dieser Abfahrt kam Albert zurück, um dieSeinigen abzuholen. Er war aber darauf eingerichtet,sich einige Wochen in Michelheim aufzuhalten, und so ge-schah cs, daß er noch dort war, als auch Richard wiedereintraf.
Dieser hatte sich in der Fürstenstadt, besonders bei Hofe,wenig erlustiget. Es war hier alles zwergartig und wolltesich doch ein riesenhaftes Ansehen geben. Richard hielt nichtlange dabei aus. Er machte Reisen außerhalb des Landesin einige große Handelsstädte, wo er Geschäfte hatte, kamerst im Frühling in die Zwerg-Residenz zurück, und wollteda so lange verweilen, bis ihn Freund Kreisel benachrich-tigen würde, daß sich Albert, sammt der Familie Roggen-burg, ganz von Michelheim weggewendet habe. Er konntejedoch diesem Vorsätze nicht treu bleiben. Die Residenzwar ihm in der jetzigen Jahreszeit ein doppelt unerträgli-cher Ort. Sie lag in einer reizlosen, unfruchtbaren Ebene,wo kein schöner, dichtbelaubter Baum den Spaziergängermit kühlem Schatten erfrischte. Nur die kahlköpfige Weidewohnte hier in einer Sandwüste. Man hatte zwar inder Nähe der Stadt einen recht artigen Park angelegt;er war aber erst zwanzig Jahre alt und konnte folglich in