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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Cr gab ihm nur noch Lebensdauer bis zum Fastenabcnd.Da sollte der vernichtende Hauptschlag geschehen, weil dannein großes Pfanncnkuchcufest alle Mitglieder der verhaßtenGenossenschaft im goldenen Fasse versammelte.

Ein Krieg Aller gegen Alle war des Schufts einfacherPlan. Er wollte ein unauslöschliches Zankfeucr anzündcn,und hatte viel Brennstoff dazu gesammelt. Diesen streuteer thcils Tages zuvor, thcils am Faschingstag selbst aus..Er setzte jeder Dame, die er zum Feste frisirtc, einen Flohins Ohr, indem er ihr, mit Anempfehlung der heiligstenVerschwiegenheit, im Vertrauen offenbarte, daß die undjene Frau Gevatterin, oder sonst eine im Cassino seßhaftePerson, übel von ihr gesprochen habe. So gingen Alle,mit Gift und Groll im Herzen, in die Gesellschaft.

Schon die Bewillkommungs-Complimcntc fielen steif undkalt aus. Die vertrautesten Freundinnen behandelten sichfremd und nahmen so weit als möglich von einander Platz.Bald darauf hörte man hier und da halblaute Selbstge-spräche über das Thema:Jeder fege vor seiner Thür!"Verächtliche Seitenblicke flogen herüber und hinüber. Mit-unter geschah die spitzige Frage:Mcpnen Sie mich?"Und immer folgte die Antwort:Wen's jnckt, der magsich kratzen!"

Die Männer mischten sich Anfangs in diese vorläufigenScharmützel nicht. Da ihnen aber die Unbilden, welcheihren Frauen widerfahren scpn sollten, bekannt waren, sohatten auch diese Tücken gegen einander, und zankten sichheftig bei ihrem Pfennigspielc. Noch stürmischer ging csam Tische der politischen Kannengießer zu. Der Kauf-mann Cubebius, dessen Gattin sich besonders an vielenGevatterinnen versündiget hatte, berief sich dießmal verge-bens auf seine geheimen Briefe; man glaubte ihm kein