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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Wort, man widersprach allen Prophezeiungen seiner Staatü-klugheit mit Händen und Füßen. Erbittert sprang er end-lich auf, schlug auf den Tisch und sagte:Ich weiß, wasich weiß! Aber Hopfen und Malz ist an einer solchen hart-köpfigen Gesellschaft verloren." Damit ging er fort, setztesich an einen ander» Tisch, und las, mit dem Kopfe ni-ckend und Schnippchen schlagend, in seinen bei sich haben-den Briefen.

Das Abendessen drängte die feindlichen Parteien, die sichbisher nur von fern geneckt hatten, näher zusammen, undder volle Krieg brach nun aus. Die Frauen thatcn sichkeine verblümten Vorhaltungen mehr; sie sagten sich frankund frei ins Angesicht, was eine von der andern gespro-chen haben sollte, und jede berief sich auf ihren säubernGewährman». Sein Name ward wohl hundertmal lautund öffentlich genannt, und keine konnte ihn einen Lügnerschelten, weil ihn alle sammt und sonders als Zeugen derWahrheit anführtcn. Unglücklicher Weise war die Spcise-tafel so schmal, daß sich die einander gegenüber sitzendenPersonen ohne die geringste Anstrengung mit den Händenerreichen konnten. Von dieser Bequemlichkeit machten dieerhitzten Weiber bald Gebrauch: sic krälltc» und kratzteneinander, und rissen sich die Hauben von den Köpfen.

Die Männer konnten nun nicht länger ruhige Zuschauersepn. Sie verthcidigtcn ihre Ehehälften mit Worten undmit der That, und gericthcn dadurch unter sich selbst insHandgemenge. Ein Lauffeuer von Ohrfeigen, wobei so-gar der Bürgermeister nicht leer ausgiug, lief die Tafelhinab und hinauf.Ruhe! Ruhe!" rief der Stadtrichtcr.Welche Schande, daß wir uns wie der niedrigste Pöbelbetragen! Das folgt daraus, wenn man mit den Hefen