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Endlich rückte der Obcrküchenmcister mit einem sonder-baren, seiner Nolle nicht zuständigen Ansuchen heraus.Er bat um Wildprct und ein Stückfaß guten Wein zurFeier der nächstens bevorstehenden Rathswahl.
Lächelnd genehmigte der König auch dieses Gesuch, machtejedoch dabei die Bemerkung: daß ein Magistratsschmauseigentlich kein Gegenstand für die Hofküche scp, doch mögesie dießmal die Besorgung übernehmen, weil er, der König,in eigener Person bei dem Feste zugegen sepn wolle.
Nun that der Hofpoet seiner Schmcichlcrpflicht Genüge.Er dcclamirte, zum Lobe des gütigen Monarchen, ein paarschwülstige Verse, und machte damit eine lustige Satireauf alle kriechende Hofdichter, mit und ohne Bestallung.So schloß sich die Audienz. Es ward zur Tafel geblasen.Der König speiste öffentlich mit den Großen seines Reichs,und gab ihnen ein wahres königliches Mahl, wobei den umdie Tafel herum gehenden Zuschauern der Mund voll Was-ser lief. Beim Dessert thcilte der Hofpoct seinen Tafel-genoffen und den Zuschauern gedruckte Exemplare folgen-den Liedes aus, das hierauf, nach einer bekannten Melodie,von der ganzen Versammlung gesungen wurde.
Wir sind Narren, wir sind Narren!
Sind e« ohne Lug nnd Trug.
Mancher Mensch hat eine» Sparren,
Stellt sich aber niächtlg klug.
Nein, mir Ordkndbrüdcr machenKeinen solchen eitel» Wind:
Wir gestehn mit Lust und Lachen,
Daß mir ächte Narren sind.
Stolze Narre» muß man hbhnen,
Wenn sie sich, von Oiinkel voll,
Zn erhabnen Häuptern krdnen.
Die man kriechend ehre» soK.
Langbein'« sammtl. Schr. VII. Bd. jy