sten Geheimnisse der europäischen Kabinette; und wollteman ihm nicht glauben, so zog er Briefe aus der Tasche,schlug darauf und sprach: „Da steht's, meine Herren!Mehr sag' ich nicht!" — Einsmals verlor er im Cassmoeinen solchen wichtigen Brief, auf den er kurz zuvor starkgepocht hatte. Der glückliche Finder lief begierig damit ineinen Winkel, und zu seinem Erstaunen enthielt die Depeschenichts als die Worte: „Ew. Edlen werde die verlangtenPartien Pfeffer und Swiccnt-Tabak nächstens durch Fuhr-mann Steffen dienstwillig zu überwachen ohnermangeln."
Auch der leibliche Genuß im Casssno veranlaßte verschie-dene lächerliche Auftritte. Alle Gattungen von Speise undTrank, die gewöhnlich an solchen Orten begehrt werden,waren vertragsmäßig auf den geringsten Preis herabge-setzt, und doch den sparsüchtigen Gästen noch viel zu theuer.Sie führten daher noch manches Päckchen Butterbrod heim-lich ein und verzehrten es in einem Winkel, damit derUnterschleif von dem Gastwirth und den Seinigen nichtbemerkt werden sollte. Man trieb oft die Vorsicht so weit,daß der eine Ehegatte Wache hielt, und wie ein Schirmvortrat, wenn der andere die Contrebande verschluckte;aber dennoch ertappte der lauernde Wirth einige solchePascher auf der That, und bestrafte sie laut und öffentlichmit unglimpflichen Worten.
Alle diese Erbärmlichkeiten waren dem Ostindier um somehr eine reiche Quelle von Belustigung, da sie gegenseine Art zu leben und zu handeln himmelweit abstachen.Er brachte die meisten Abende im Cassino zu, ungeachteter dort keine ruhige Stunde hatte, weil er beständig mitkriechenden Ehrfurchtsbezeugungen, eckelhaften Schmeicheleienund einfältigen Fragen gehndelt ward. Die guten Michel-heimcr, die einander immer mit ihren weitschweifigen Amts-