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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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-O-D 134 Ro-gens hier kein Tadel treffen soll, weil sie seit uralter Zeit,in den Händen fleißiger Hausfrauen, mehr Nutzen stifteten,als von der Tampourin-Nadel bis ans Ende der Welt zurühmen sepn wird. Eines Abends hatte eine alte Matrone,der sogar das Stricken nicht recht von der Hand ging,den wunderbaren Einfall, sich thr Spinnrad ins Cassinonachtragen zu lassen. Darüber fuhr aber die ganze Ge-sellschaft scheltend auf, und erklärte dem Mütterchen, daßdiese gar zu gemeine Beschäftigung hier nicht geduldet wer-den könne. Das Spinnrad mußte nun sogleich den vor-nehmen Ort mit Schimpf und Schande wieder verlassen.

Bisweilen nahm man Pfänderspiele vor, wobei mit ei-nem zusammcngcdrchtcn Tuche weidlich kallascht wurde.Die Frau Doktorin Salm, die gern mit ihrem BißchenWitz und Verstand glänzte, brachte das Sprüchwörterspielin Vorschlag. Man kam aber damit nicht fort, weil nursie und der Stadtsccretair die Fähigkeit besaßen, Rollenzu übernehmen und aus dem Stegreif zu sprechen. Dannund wann unterhielt sie auch die Gesellschaft dadurch, daßsie die Komvdienzettel, die sie wöchentlich aus der Haupt-stadt erhielt, von Wort zu Wort ablas, und den Inhaltder ihr bekannten Stücke declamatorisch vortrug. Die Zet-tel wurden dann, nach der Zeitfolgc, an die Wand gehef-tet, damit es das Ansehen haben sollte, als würde täglichin Michclhcim ein Schauspiel gegeben.

Die Herren vertrieben sich meistens die Zeit mit Kar-tenspielen, wobei Mancher, der ein paar Gröschlein ver-lor, Fortunen deßhalb noch heftiger ausschalt, als weilandder Dichter Bürger, der sie, wie bekannt, öffentlich anden Pranger stellte. Andere, die nicht spielten, tummeltensich auf dem Steckenpferde der Politik. Der muthigstc Rei-ter war der Kaufmann Cubebius. Er wußte die geheim-