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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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kan» aber besser laufen als ich, und darin besteht seineUnschuld."

Der Stadtrichtcr war gleicher Meinung. Die Untersu-chung ward nicht angestellt. Beide Widcrsprccher fielenbei der Frau Bürgermeisterin in Ungnade, machten sichaber wenig daraus.

Das Cassino war, wie sich voraus scheu ließ, ein Schau-platz vieler Lächerlichkeiten. Man bestrebte sich hier allge-mein, die Sitten und Gebräuche der Großstädter »ach-zuahmen. Es war aber schon ein Verstoß gegen dieandcrwärtige Verfassung der ächten Cassino's, daß in demzu Michclheim die Damen einen Tag wie den andern Sitzund Stimme hatten. Sie zierten sich, wie gewöhnlich,am meisten. Sie entsagten vor allen Dingen dem gutenStadtbierc, das sie insgesammt liebten, und tranken schwa-chen, erbärmlichen Thee, mit möglichster Schonung desdazu gegebenen wenigen Zuckers, den sie cinstcckten undmit nach Hause nahmen. Der Tabaksrauch, der schon ihreWiegen umnebelt hatte, ward ihnen auf Einmal unleid-lich. Sie bekamen den Husten und andere Ucbclkeitcn da-von, und führten den Schmauchern oft zu Gcmüthe, daßdie Damen in großen Städten mit dieser garstigen Unartverschont würden.

Da sic sich in Allem, so viel als möglich, nach jenenVorbildern richteten, so hätten sie auch gern mit feinenDamen - Arbeiten, zum Beispiel mit dcneu, die man imgemeinen Leben wenn Schreiber dieses recht gehört hat Tampourireu und Häkeln nennt, öffentlich ge-prunkt; doch nur geübt, die Maultrommel der Klät-schcrei zu rühren, und einander, wie Katzen, zu häkeln,machten sie in jenen Künsten unglückliche Versuche, undhandhabten dann wieder die alten Stricknadeln, die übri-