krebsgängig geworden. Erstens verlangten die meistenTeilnehmer, der Gastwirth solle ihnen die Freiheit ge-statten, ihre Bierflaschen und Butterschnitte mitzubrin-gcn, weil sic unter seinem prächtigen Sternenhimmel ebenso wohlfeil, als zu Hause leben wollten: er hingegen be-stand darauf, sie sollten und mußten, wenn sie in seinemHimmelreiche etwas genieße» wollten, bei ihm in die Kostgehen und ihm einen billigen Gewinn znfließen lassen. Derzweite Anstoß entsprang aus Blaffmanns frechem Vorha-ben, ein Mitglied des Cassino's zu werden. Denn wiesich ein Theater-Recenscnt nothwcndig ins Schauspielhausbegeben muß, wenn er Schauspiele beurthcilcn will, sohielt auch Blaffmann seine tägliche Gegenwart im Cassinofür erforderlich, um alle Handlungen, Worte und Geber-den der Versammlung zu belauern, und immer neuen Stoffzu Aufhetzungen daraus zu schöpfen. Er nahm daher, alser die in den vornehmen Häusern umlaufende Unterzeich-nungs-Liste irgendwo fand, eigenmächtig die Feder, und»schrieb seinen wcrthen Namen darunter. Aber zornig strichihn Kreisel wieder ans und ließ dem Taugenichts sagen:er möge sich auf keine Weise zum Cassino einrichten, in-dem dort für ihn und seines Gleichen kein Platz sey. Auf-gebracht, lief Blaffmann zu seiner Schutzgöttin und be-klagte sich über diese Beleidigung. Sie versprach, seineAufnahme in die geschlossene Gesellschaft entweder durchzu-setzen, oder die ganze Anstalt in der Geburt zu ersticken.Ihr Gemahl ward durch eine gute Portion westphälischenSchinken gewonnen, dem abgcwiesencn Cassino-Candidatennicht nur selbst seine Stimme zu geben, sondern auch dieStimmen anderer wichtigen Männer für ihn zu sammeln.Der Werber ging aus, betrieb sein Geschäft mit Eifer,und war nicht unglücklich darin, weil er den Haarkräus-Langbein'S ffmmtl. Schr, Vkl. Bd. 9
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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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