Druckschrift 
3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

mvcht' er gehangen werden; aber die Damen schirme» undschützen ihn."

Ja, bei denen gilt er mehr, als er wcrth ist!" fielHerr Trottel seufzend ein.

Allen Respekt gegen die Damen!" sagte der Stadt-richter.Ihre Protektion kann und darf aber den strackenLauf der Gerechtigkeit nicht hemmen."

Dieser Meinung trete ich vollkommen bei ;" sprachMagister Gabriel.

Ihr Herren könnt gut reden! Ihr habt keine Weiber!"ächzte der Bürgermeister.Aber wir armen beiden Ehe-männer werden's ansbadcn müssen, wenn der Hansschlange,dem Blaffmann, etwas zu Leid geschieht."

Und das muß nothwcndig geschehen;" sagte derStadt-secrctair.Das ist der Magistrat seiner Ehre und denGesetzen schuldig. Und überdieß hat unser Freund undGönner, Herr Richard, der sich den Sturm auf WertsFenster nicht zurcchncn lassen will, mit dürren Wortengebeten, den Thätcr auf eine ausgezeichnete Weisezu bestrafen. Wir dürfen ihm also nicht durch die Fingersehen und ihn etwa mit einem sanften Verweise durch-schlüpfen lassen."

Der Bürgermeister befand sich in einem höchst unange-nehmen Gedränge und saß einige Minuten lang in tiefenGedanken. Endlich entschloß er sich, lieber ein häuslichesUngewitter auszuhaltcn, als den reichen Mann vor denKopf zu stoßen. Er forderte daher den Stadtsecrctair auf,einen annehmlichen Vorschlag zu Blaffmanus Bestrafungzu thun.

Wir verfahren sehr gnädig mit ihm," erwicdertc Krei-sel,wenn wir ihn zum Ersatz des angerichtcten Schadensverurtheilen, und ihn überdieß, als Anstifter eines öffent-