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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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unschuldigen Scherz darstcllcn; der Pfarrer ließ sich abermit dieser Vcrthcidigung nicht beschwichtigen, sondern be-stand darauf, daß die Perücke vom öffentlichen Prangersogleich wcggcnommen und Blaffmanns mnthwilligcr Miß-brauch des ihm anvcrtrautcn Gutes exemplarisch bestraftwerde.

Der fromme Bürgermeister, der seinen Beichtvater nichtaufbringen wollte, weil er vor dem Löse- und Bindc-fchlüffel geziemende Achtung und Furcht hatte, nahm nunauf das finstere Gesicht seiner Gattin keine weitere Rück-sicht, sondern willfahrte dem Gesuch. Er schickte nach demRathsdiencr Packer, und befahl ihm, den Friseur aufzu-suchcn und zu bedeuten, daß er die öffentliche Ausstellungder geistlichen Perücke sogleich schließen, und des folgendenTages auf dem Rathhausc erscheinen solle, um darüberseine Verantwortung zu thun.

Packer, der sein Oberstübchen wie gewöhnlich illuminirthatte, taumelte fort. Es war ihm ungelegen, daß er dieabendlichen Mußestunden, die er gern in einer Kneipe zu-brachte , auf Geschäfte verwenden mußte. Er nahm sichvor, seinen Zorn auszulassen. Der Mann, den er suchte,war bald gefunden. Er stand vor seiner Hütte, betrach-tete mit Wohlgefallen sein Werk und freute sich der Lob-sprüchc, die ihm von Hack und Mack darüber gesagt wur-den.Marsch!" rief Packer und stieß ihn unsanft in dieSeite.Der hochcdlc Herr Bürgermeister gebietet Euch,die Perücke dort oben vom Fenster wegzuschaffen und Euchmorgen auf dem Rathhause zu gestellen, wo Euch derKopf gewaschen werden soll."

Erschrocken fragte Blaffmann: wie er zu diesen hartenAndeutungen und zu dem noch härtcrn Rippenstöße komme.

Das Vcrständniß ward ihm eröffnet.