Am Abende des folgenden Tages stand die ganze Stadtim herrlichsten Lustseuer. Hinter allen Fenstern fackeltenLichter, die größten Thcils, da es an Leuchtern gebrach,aus einem Hügclchen von Lehm, oder aus dem Halse einerFlasche hcrauSbrannten. Biele gute Burger hatten abernicht blos ihre Fenster, sondern auch ihre Kopfe illnminirt.Die Fusclbrenncr waren beinahe noch mehr, als die Licht-zicher, mit der Einnahme dieses Tages zufrieden. Jauch-zend durchschwärmten die begeisterten Jlluminaten die Gaffenund schrien unaufhörlich: „Der reiche Ostindicr, der neue.Bürger soll leben!"
Aber diese Bacchanten und andere still und nüchternherum wandelnde Beschauer der stattlichen Illuminationbemerkten bald mit Erstaunen und Mißfallen eine dunkleLücke von vier Fenstern, an welchen kein Licht, kein Lämp-chen brannte. Es war Albcrts Wohnung. Er hatte, umder Anzündung eines Ehreulichts für den Ostindicr über-hobcn zu scpn, eine Reise auf's Land gemacht. „Seht denRebellen!" rief Blaffmann. „Trotzt er nicht öffentlich derObrigkeit? Versagt er ihr nicht den gebührenden Gehor-sam? Und will er nicht dem steinreichen Ostindicr damitein Schnippchen schlagen, und sich vor uns Allen eineGurke heraus nehmen? — Warte, du Gelbschnabel, wirwollen dir Gurken ins Fenster werfen!" — So scheltend,hob er einen Stein auf und zerschmetterte damit eineScheibe. Jubelnd folgte der Pöbel seinem Beispiel. Nachfünf Minuten war kein Fenster mehr ganz.
Indem aber Herr Blaffmann so sträflich verfuhr, zogensich Wetterwolken über seinem eigenen Haupte zusammen.Ihn hatte der Kitzel gestochen, sich durch eine bildlicheDarstellung mit Inschrift vor allen andern Einwohnern,die nur stumme Lichter ans Fenster gestellt hatten, auszu-