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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Rath. Der Tischler Veit hat gestern eine hier noch niegesehene Seltenheit, ein kleines Bretchen kostbares Holz,Mahagoni genannt, an sich gekauft. Davon wollen wirein Kästchen anfcrtigcn lassen."

Verzeihen Sic, Herr Stadtrichtcr!" fiel Kreisel ein.Was uns eine Seltenheit ist, daran sahen sich RichardsAugen längst satt. Reiche Leute und auch andere, dieeben nicht reich, aber eitel und stolz sind haben Tische,Stühle, Schränke, Betten, und noch hundert andere Dingevon Mahagoni. Es ist ein Wunder, daß sie noch nichtdamit cinhcitzcn.

Ja, der Lurus ist jetzt auf den höchsten Gipfel gestie-gen!" seufzte Magister Gabriel.

Ersparniß und Geschmack," fuhr Kreisel fort,werdensich am besten durch ein Futteral von Saffian vereinigenlassen. Ich stehe dafür, daß wir uns wenigstens dadurchnicht lächerlich machen."

Der Vorschlag ging durch, und es ward ferner beschlos-sen, daß der gesammtc Rath den Bürgerbrief an Ort undStelle begleiten, der Stadtsccretair aber ihn überreichenund die geziemende Anrede halten solle. Die bequemenRathshcrrcn wollten nur Zeugen der Freude scpn, dieRichard über dieses Ehrengeschenk haben würde.

Als nach einigen Tagen Kern und Schale bereit waren,versammelte sich der Magistrat in Fcierklcidcrn auf demRathhause, ließ sich bei dem Ostindier anmeldcn, und zogin steifer Ordnung zu ihm hinüber. Richard nahm denBürgerbrief mit anständigen Freudenbezeigungen an, be-wirthete seine neue Obrigkeit mit einem köstlichen Frühstück,und ließ sic ohne weitere Begabung wieder ziehen. Abereine halbe Stunde nachher that er seine milde Hand auf.Er übersandte hundert Louisd'or für die Stadtkasse, und