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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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109
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fürchte bloß, den Indier zu beleidigen, und unsere, mit derAbzehrung behaftete Kämmerei-Kasse um die herrliche Gold-Tinctur zu bringen, womit er ihr in ihren Nöthen wahr-scheinlich beispringen wird. Wer Vögel fangen will, mußnicht mit Knüttel drein werfen. Herr Richard ist ein ver-ständiger Mann, und wird sich in Zukunft, als Bürgerund Unterthan, selbst zum Gesetz machen, die Oberhäupterder Stadt und ihre Frauen gebührender Maßen zu ehren."

Nun, auf diese Hoffnung wollen wir's wagen!" riefdie Bürgermeisterin, und ihrem Gemahl fiel ein Stein vomHerzen. Er war ordentlich stolz, daß er diese hohe Ge-nehmigung des folgenden Tages auf dem Rathhause ver-melden konnte.

Hier ward nun über den Inhalt und Ton der Urkunde,deren äußeres Gewand, und die Förmlichkeit, mit welcherman sie übergeben wolle, collegialischer Rath gepflogen.

Mit der Urkunde selbst will ich bald fertig werden,"sprach der Stadtsccretair.Aber die Außenseite macht mirSorgen. Es ist gewöhnlich, dergleichen Ehrenbriefe inmassiven goldenen Kapseln zu überreichen."

Ich glaube, Sie schwärmen!" fuhr der Bürgermeisterauf.Wie sollten wir das dazu nöthige Geld aufbringen?Wir müßten die ganze Stadt, mit Frauen und Kindern,verpfänden!"

Kreisel lächelte schalkhaft, und dachte: Auf deine FrauLiebste, du guter Mann, würden wir wohl wenig geliehenbekommen!

Sollte nicht ein nettes Pappkästchen, mit Goldpapierüberzogen, hinreichend sepn?" fragte der Senator Trottel.

Wo denken der Herr College hin?" schalt der Stadt-richter.Herr Richard ist ja kein Kind! So wohlfeilkommen wir mit ihm nicht weg. Ich weiß aber bessern