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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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Einige Tage nachher hielt Richard der Bürgerschaft seinWort, und gab ihr mit königlicher Milde ein herrlichesFest ans dem Schießplätze, weil kein Haus in der Stadtgroß genug war, die Menge der Gäste zu fassen. Auchder Magistrat und die übrigen Standespersoncn warendazu geladen und erschienen gern. Nur Albert ließ sichentschuldigen und wiegelte den Hauptmann und Elise»auf, ein Gleiches zu thun.

Richard vermißte das Fräulein mit Unlust. Ihr Aus-bleiben war sogar den Krähen, die nach ihr hacken woll-ten, verdrießlich. Sic konnten nicht leben, ohne Jemandzu zausen, und wendeten nun ihre Schnäbel gegen dieDoctorin Salm, die überhaupt verhaßt war, und cs jetztdoppelt wurde, da Richard Aufmerksamkeit für sie zeigte,weil sic, bei allen ihren Fehlern, etwas geistige Bildungbesaß, die den Töchtern Michclhcims völlig abging. AberMadame Salm duldete nicht so sanstmüthig als Elise, son-dern stellte sich dem Complott so muthig entgegen, wiePeter der Große unter die wider ihn verschworenen Strc-litzcn trat. Auch Herr llaeobiui 8->>mi»8, wie er sich wei-land nannte, ging immer, gleich einer zur Erhaltung deröffentlichen Ruhe ausgesandtcn Streifwachc, die Rundeumher, und sah er ein Trüppchen, das von seiner Ge-mahlin zu spreche» schien, beisammen stehen, so stiefelte erdummdreist mitten hinein, und es mußte sich entwederzerstreuen oder von Dingen reden, die man ihn hörenlassen konnte. Diese Wachsamkeit hielt die Feinde imZaum; sie wagten keinen öffentlichen Angriff.

Die lustige Seite des Festes waren die Ausbrüche derkriechenden Dankbarkeit, womit der gemeine, sinnliche Menscheinen guten Bissen oder wohlschmeckenden Trunk zu ver-gelten pflegt. Richard wurde wie ein Gott verehrt und