Ziveimidzwanzigstes Kapitel.
Das Königsfcst.
Der Hauptmann schrieb, ohne Albcrts Vorbewußt, anden Indier einen Entschuldignngsbricf. Es erfolgte daraufeine beruhigende Antwort, die dem jungen Brausekopf ge-zeigt werden konnte, weil sie durchaus keine Anzüglichkeitengegen ihn enthielt, und eben so wenig ein Wort, das dieAbsicht vcrrathen hätte, Elisens Gunst zu erschleichen undihn zu verdrängen. Dessen ungeachtet war er mit diesemBriefwechsel sehr unzufrieden und gab dem alten Herrneinen förmlichen Verweis. „Wozu war's nöthig, Ihrerechtliche Handlung und meine männliche Sprache zu ent-schuldigen?" rief er aus. „Sind die Reichen denn Gott-heiten, die man mit Opfern und Gebeten versöhnen muß,wenn man sie beleidiget zu haben glaubt? — Ich machediesen Erdengößen gern fühlbar, daß sie vor andern Men-schen keinen Vorzug verdienen, und daß ihr Gold einStaub ist, den ich mir nicht in die Augen streuen lasse."
„Aber Höflichkeit ist zu allen Dingen nütze," cntgegneteder Hauptmann, und ließ aus seiner Tabakspfeife stärkereRauchsäulen als gewöhnlich aufsteigen. Das war immerein Zeichen, daß er über den Punkt, von welchem dieRede war, nicht weiter sprechen wollte. Albert wußte das,und lenkte das Gespräch auf einen andern Gegenstand.