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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
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hinab zu steigen, wenn er nicht hinunter geworfen seynwollte. Blaffmann nahm guten Rath an, und lief wieein geprügelter Hund die Stufen hinab. Aber unten aufder Hausflur machte er Halt und bellte Schimpfreden hin-auf, die bloß darum ungestraft blieben, weil indessen derHauptmann und seine Tochter an die Treppe geeilt waren,und ihren Freund mit Gewalt hinweg zogen.Hitzkopf!"sagte Roggenburg:Der Schuft wird Sie bei dem Bür-germeister verklagen und in der ganzen Stadt verschwär-zcn. Hätten Sie es doch mir übcrlassnen, ihm die Thürzu weisen. Wer Pech angreift, besudelt sich."

Es war unrecht, daß ich Ihnen ins Hausrecht griff,"sagte Albert.Vor dem Herrn Bürgermeister aber fürcht'ich mich so wenig als vor allen andern Philistern in Mi-chelheim."

Junger Freund!" sprach Roggenburg.Sic setzen sichüber das gang' und gebe Was werden die Leutesagen! gar zu leichtsinnig hinweg! Man ist freilich einschwacher Kopf, wenn man sich in löblichen Handlungen,die von der Heerstraße der Gewöhnlichkeit abweichcn, da-durch irren und schrecken läßt. Aber ganz muß man jenesWarnungswort nicht verachten, sonst sticht man jedenAugenblick in ein Wespennest und hat Beulen zum Lohn."

Rachgierig lief indessen Blaffmann zum Bürgermeisterund verklagte seinen Widersacher, ohne jedoch des gering-fügigen Umstandes, daß er ihn einen Gelbschnabel geschol-ten hatte, zu erwähnen. Er habe zufällig, aber höchstrühmlich, der Frau Bürgermeisterin gedacht, gab er vor;da sep Albert aufgefahrcn :Wir wollen von der Bürger-meisterin nichts wissen!" und habe ihn aus dem Zimmergeworfen.

Langbcin'S siimmts. Schr. VII Bd. 7