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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
98
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Was? Von mir will der Lasse nichts wissen?" riefdie Bürgermeisterin, die vom Tische, wo sic Möhren oderRübe» schabte, hitzig aufsprang und beide Arme in dieSeiten stemmte.Von mir, der vornehmsten Frau inder Stadt, will der Mensch, dessen Hühner und Gänsehier Niemand kennt, nichts hören, nichts wissen? Unddeßhalb mißhandelt er ehrliche Leute, die mich hochschätzen? Das ist entsetzlich! Darüber muß er auf dem Rath-hause vorgenommcn und tüchtig gezwiebelt werden!"

Zufälliger Weise trat eben der Stadtsecretair in dieStube. Sie trug ihm Alberts Majestätsverbrechen mitHeftigkeit vor, und forderte ihn auf, sogleich ein Protokolldarüber abzufaffen.

Verhält sich aber auch die Sache wirklich so?" fragteKreisel, und sah den Friseur scharf an.Herr Blaffmannbedenke sich wohl! Es möcht' ihm sonst ergehen wie einemthörichten Bogenschützen, der Pfeile gegen einen Felsenschießt, die auf ihn selbst zurückprallcn."

Mit lachendem Munde, und Beifalls gewärtig, rühmtesich jetzt der Haarschmücker seines satirischen Einfalls.

Und Herr Albert warf Sie dann zur Thür hinaus?"fragte der Stadtsecretair.

Ja, unmittelbar darauf."

So that er, was Rechtens war;" sagte Kreisel.Ichhätt' es selbst nicht anders gemacht."

Daß er aber von mir nichts wissen wollte, war dasauch recht?" fiel die Bürgermeisterin ein.

Ich kann Alberts Ausdruck nicht loben," antworteteKreisel:aber ich wünschte, daß unfern Herrn BlaffmannNiemand anhörte, wenn er irgendwo erzählen will, waser an andern Orten erhorchte. Seine Zunge tödtet Ein-