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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
95
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SS St-

eine Abschrift davon, die er überall herum zeigte. Manersah daraus, was der Hauptmann vom Geiste der Klein-städter hielt, und der ehrliche Mann empfahl sich sehr übeldamit bei seinen Mitbürgern, die sich vom besten Geistebeseelt glaubten.

Bei dem großen Feste auf dem Schießplätze war Blaff-mann wie ein Spürhund geschäftig. Er schlich sogar un-ter dem Scheine, Wiesenblumen zu pflücken, hinter Albertund Elisen her, als sic sich, von der übrigen Gesellschaftentfernt, mit einander besprachen. Die einzelnen Worte,die er aufschnappte, waren zwar der Mühe und der Rü-ckenschmerzen nicht wcrth, die ihm die Blumenlese verur-sachte z er setzte jedoch so viel daraus zusammen, daß Al-bert den Indier dahin zurückwünschte, wo der Pfefferwächst. Das hinterbrachtc der Spion auf der Stelle demKammerdiener und bat es sich zur Freundschaft aus, sei-nem Herrn beim Auskleiden davon Kcnntniß zu geben. DennAlbert, der weder Zopf noch Perücke trug, also keinemHaarkünstler etwas zu verdienen gab, und Klätscher undPostcnträgcr nie anhörte, war aus diesem doppelten Grundedem Herrn Blaffmann ein Dorn im Auge, und er hätteihn gern in schlimme Händel verwickelt.

Am folgenden Tage machte sich der unnütze Mensch, dermitunter auch Trödlergeschäftc trieb, einen Behelf in Nog-genburgs Haus und bot dem fleißigen Tabaksraucher einenPfeisenkopf zum Kauf an. Er wollte eigentlich Elisen al-lerlei von Richards Reichthümern cingezogene Nachrichtenhintcrbringen und sic dadurch zu dem Entschluß,stimmen,den ärmern Liebhaber zu verabschieden. Unglücklicher Weisewar aber der junge Mann eben da. Blaffmann fand esnun in diesem Augenblicke nicht für rathsam, die Sache soanzugreifen. Er schlug einen andern Weg ein, die Lieben-