Zwanzigstes Kapitel.
Was werden die Leute sage» !
In Michelheim lcbtc damals ein gefährlicher Mensch,ein Hans in allen Gassen, Namens Blafsmann, derdie Eigcnthümlichkcit hatte, daß er von außen weiß, voninnen schwarz war. Er lief nämlich mit dem Puderbeutelvon Haus zu Haus, kämmte und ordnete die Haare, undbrachte zugleich durch boshafte Klätschereien die Köpfe inVerwirrung. Für eine Schale Kaffee oder ein Glas Brannt-wein war ihm alles feil, was er in andern Häusern er-lauscht hatte. Jedes ungünstige Wort, das über jemandengesprochen ward, trug er ihm eilfertig zu; und war dieSache nicht an und für sich bedeutend genug, so kam csihm nicht darauf an, ein Fabelchen zu erfinden und sic da-mit aufzustutzen. So hetzte er seit vielen Jahren die ho-hen Häupter von Michelheim unaufhörlich zusammen.
Des Indiers Ankunft öffnete ihm ein neues, fruchtbaresFeld. Er machte sobald als möglich mit dessen LeutenBekanntschaft, um aus dieser Quelle seine Kunden mit er-wünschten Nachrichten bedienen zu können. Die Geschichtedes verschenkten Shawls, die man nur halb und halb er-rathen hatte, ward durch ihn in das hellste Licht gesetzt.Er beschwatzte einen treulosen Diener des Indiers, ihmRoggenburgS Dankbrief auszulicfern, und nahm geschwind