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3 (1847) Die Kleinstädter und der Fremdling. Novellen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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ließ deßhalb die verödete Stange geschwind aus der Erdeheben, und brachte sein Schäfchen ins Trockne. Er waraber nun so verstimmt, daß er sich mit den einfältigenLeuten, die ihn nicht zu schätzen wußten, nicht weiter ab-geben mochte. Es blieben daher verschiedene Volksbelusti-gungen, die er noch nn Sinne hatte, unausgeführt.

Während dieser Zeit ward nach der Scheibe geschossen.Die Schützen von Michelhcim hüteten sich aber mit Vor-satz, ins Schwarze zu treffen, und fehlten meistens sogardie Scheibe, um vor der Königswürde sicher zu scpn. Siclegten cs darauf an, dem Indier die Schützenkrone aufsHaupt zu setzen, weil man sich, wegen seines Rcichthums,von ihm versprach, daß er ein freigebiger König seynwerde. Er selbst aber schoß, aus Mangel der Ucbung,nichts als Böcke. Sein bester Schuß ward im vorletztenRennen Lbertroffcn; und es war gerade unter allen vor-handenen armen Teufeln der ärmste, der wider seinen Wil-len das Unglück hatte, ans Schwarze zu streifen. Zürnendnahmen ihn seine Waffenbrüder bei Seite, und goßen eineFluth von Vorwürfen über sein gebeugtes Haupt. Siebeschuldigten ihn, er habe aus Ehrgeiz so scharf gezielt,um ein Jahr lang den königlichen Titel zu führen. Derarme Bürstenbinder lächelte schuldlos und schwor hoch undtheuer, er wisse gar nicht, was Ehrgeiz sep.

Als Richard im letzte» Rennen zum Schüsse kam, über-reichte er sein Feucrgewehr Elisen, mit der Bitte, es fürihn abzubrcnnen. Sie lehnte diese Artigkeit von sich ab,weil viele Schüßen und Schützenfrauen in tückischer Stilleumher standen, und mit schclen Augen lauerten, ob sie,die weder Bürgerin noch Stadtkind war, sich erkcckcn würde,nach der heiligen Bürgerscheibc zu schießen. Mit einemscharfen Blicke drängte Richard den Kreis der Aufpasser